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„Die spektakuläre Straflosigkeit der Verbrecher ist das Zeichen unserer Zeit“
Woiciech Kuczok
 

Nicholas Kristof schreibt in einer seiner Kolumnen in der NY Times im Jahr 2006 über Versklavung und sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen:

„Ich bin optimistisch, dass wir die Möglichkeiten haben, dieser modernen Versklavung ein Ende zu setzen, aber, haben wir auch den Willen dazu?“

Christine hat den Willen dazu. Aufmerksam geworden durch besagte Kolumnen von Kristof, der die ganze Welt bereist und überall die Missstände und verheerenden Auswirkungen durch Versklavung von Mädchen und Frauen direkt beobachtet hat, entschied sie sich in Zusammenarbeit mit CRS (Catholic Relief Service) selbst nach Indien zu reisen, um den namenlosen „ein Gesicht zu geben“.

Neben Waffen- und Drogenhandel ist der Handel mit Menschen die humanitäre Katastrophe unserer Zeit – immer noch, auch im 21. Jahrhundert!

Hier in dieser Biografie ist nicht der Ort noch der Rahmen, das Thema adäquat darzustellen und zu diskutieren, aber soviel sei gesagt:

Menschenhandel und sexuelle Versklavung von jungen Mädchen und Frauen (wir sprechen von einem Alter ab 4 Jahren (!!) ist ein weltweites Phänomen, das über die allgemein herrschende Prostitution hinaus geht und sich in extrem armen Ländern dieser Erde etabliert hat. Wo existentielle Armut herrscht, werden solche „Ressourcen“ genutzt, die vorhanden sind und für die ein Markt besteht.

Sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen geht immer mit einer nicht vorhandenen sozialen Anerkennung einher - was nichts wert ist, kann einfach benutzt werden.

Frauen werden zudem in solchen Ländern jegliche Formen von Bildung verweigert, die ihnen ein entsprechendes Selbstbewusstsein verschaffen würden und ihnen andere Lebensperspektiven aufzeigen könnten.

Bekämpfung von sexueller Versklavung muss daher immer mit Bildungsangeboten verknüpft werden. Wer Möglichkeiten entwickelt, lesen und schreiben lernt und damit Perspektiven schafft, hat vielleicht die Chance, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.

Fassungslosigkeit macht sich breit, wenn man solche Berichte liest: Kinder werden einfach auf offener Straße entführt und in Bordelle gesteckt, ihre Jungfräulichkeit für 1000,- Dollar verkauft und danach über Jahre „abgewirtschaftet“, infiziert mit HIV entrinnen sie ihrem Schicksal meistens nur durch einen frühen Tod.

„Unser Wohlergehen wird wie das aller Geschöpfe auf der Erde nicht von einer körperlosen Spiritualität bestimmt, sondern vielmehr von der Nahrung, dem Obdach, dem Respekt, der Würde und der Liebe, die wir als Menschen in Beziehung zu allem Lebendigem geben und empfangen können“. (Carter Heyward)

Jeder mitfühlende Mensch müsste solche Zustände in unmittelbare Aktion versetzen. Doch dazu bedarf es Aufmerksamkeit auf das Thema und dies geht häufig nur über bekannte Gesichter.

Sich sozial zu engagieren ist kein Privileg prominenter Menschen, aber es hat eine besondere Wirkung. Selbst wenn man nur einen kurzen Moment aufschaut, so schaut man doch auf!

Wem im Leben Gutes widerfahren ist, hat nicht selten das Gefühl, nun auch Gutes zurückgeben zu wollen.

Christine, Mutter von 2 Töchtern, hatte vielleicht das Gefühl, dass hier, an diesem Ort, ihre Anwesenheit Gutes bewirken kann. Dass sie einer Öffentlichkeit für dieses Thema Aufmerksamkeit abverlangen muss.

Christine Baranski BiographyFernab von jeglichem Glamour, ungeschminkt mit strähnigen Haaren sieht man eine strahlende Christine umringt von vielen Kindern, am Bett eines kranken Mannes sitzend, hält sie mitfühlend seine Hand und mit ernster Miene lauscht sie den Ausführungen eines jungen Mädchens, das in ihrem bisherigen Leben wenig schönes erfahren durfte.

„Es ist wichtig, dass religiöse Menschen sich nicht aus der Welt und der Gesellschaft, in der sie leben, zurückziehen. Durch Weltflucht kann man anderen nicht helfen, und gerade das – der Dienst am Nächsten – ist die Grundlage jeder Religion.“ Dalai Lama

Ob Christines Engagement ein Akt religiöser Überzeugung oder aus dem schlichten Gefühl entstanden ist „etwas bewirken zu wollen“, Tatsache bleibt: dieses Thema muss im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Man kann nur hoffen und daran arbeiten, dass man mit den Jahren den Sumpf des Menschenhandels trocken legen kann. Sicher, wir haben bestimmt die Möglichkeiten dazu, aber haben wir auch den Willen? 

 
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