Die Schulzeit: Die „Villa Maria high school“ war eine von Nonnen geführte Mädchenschule der „Sisters of St. Felix of Cantalice“ in Cheektowaga. Der Orden, der 1855 in Warschau begründet wurde, diente bevorzugt Amerikanern mit polnischer Herkunft in Nordamerika. 2005 wurde die Schule auf Grund von sinkenden Schülerzahlen geschlossen. Doch wehe, sie werden losgelassen, die Mädchen aus der Nonnenschule! Kaum dem Schulgebäude entkommen, wurden die Saumlängen zum Minirock gezogen, die Lippen geschminkt, jeder „Schulmädchen-Report“ hätte Spaß an dieser zur Schaustellung gehabt. Christine folgerte einst daraus: "I always say catholic girls make the most erotic women because there's so much that has to be suppressed, or attempts to be suppressed”. “Ich sage immer katholische Mädchen werden häufig sehr erotische Frauen, weil sie so viel unterdrückten mussten bzw. versuchten mussten, es zu unterdrücken.“ Mit 15 Jahren entdeckte sie endgültig ihre Leidenschaft für das Theater. Sie spielte in diversen Highschool-Produktionen und dann stand ihr Entschluss fest: sie bewarb sich an dem berühmten „Julliard“ (Konservatorium für darstellende Künste) in New York. ''My mother was waiting for me down in Philharmonic Hall in the lobby, I told her I'd gotten in, and we went to the Algonquin Hotel and had manhattans. That was a celebration. It was just one of the great moments of my life, getting into that school. I was this Polish girl from Cheektowaga who had an acting dream. To me, it was just the top.'' Meine Mutter wartete auf mich in der Lobby der Philharmonic Hall. Ich erzählte ihr, dass ich aufgenommen wurde und wir gingen ins Algonquin Hotel und hatten ein paar Manhattans. Das war eine Feier. Das war einer dieser großen Momente in meinem Leben, als ich in diese Schule aufgenommen wurde. Ich war das polnische Mädchen aus Cheektowaga, die einen Schauspieler-Traum hatte. Für mich war es das Größte! Ob ihre Mutter glücklich darüber war, dass ihre Tochter einen künstlerischen Beruf wählte, der wenig planbar ist, mit Wagnissen und Unwägbarkeiten verbunden? Kein Beruf, der geordnet von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr abläuft, regelmäßiges Einkommen inbegriffen. Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass Christine ihrer Mutter in dieser Zeit einiges an Vertrauen und Zuversicht abverlangte. Als sie nämlich ein Stipendium von 1.000,- Dollar erhielt, das an einen hart arbeitenden, vielversprechenden und finanziell schwachen Studenten ausgelobt wurde, stand für Christine fest, dass sie mit diesem Geld eine 6-wöchige Europareise unternehmen wollte - und zwar ohne Begleitung. Ihrer Mutter ließ sie wenig Raum für Diskussionen, denn „eigensinnig und starrköpfig“ wie sie sich selbst beschreibt, ließ sie sich von dieser Idee nicht abbringen. Jahre später, zwischenzeitlich selbst Mutter erlebte sie, welche Ängste man aussteht, wenn ein halbwüchsiges Kind auf Reisen geht (und sich, wie in diesem Falle, das Geld im Zug nach Rom stehlen lässt). Doch Reisen bildet und wie sagt Jürgen Neffe in seiner Biografie über Charles Darwin so schön: „Das Großartigste, was wir in der Fremde finden können, sind ohnehin wir selbst.“ Vielleicht fand Christine auf dieser Europareise nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine Portion Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein, um sich in der hart umkämpften Schauspielerszene zukünftig durchsetzen zu können. Doch zurück zum Julliard: erst seit 1968 wurde ein Ausbildungszweig „Schauspiel“ angeboten, bis dato war es ein klassisches Musik-Konservatorium. John Housemann und Michel Saint-Denis, französische Schauspieler, Regisseur und Lehrer übernahmen die Leitung. Die Richtlinien, nach denen junge Menschen zu Schauspielern ausgebildet wurden und bis heute werden, gründen sich auf die Methodik die Saint-Denis und seine Frau Surina über Jahrzehnte entwickelt hatten. Auf der Webseite vom Julliard kann man diese Leitidee nachlesen: “Still true to the Saint-Denis guidelines, the students’ training emphasizes intuition and spontaneity as well as discipline, technique, and intellectual development. It is an approach that synthesizes what was once considered "European" in terms of vocal training, physical training, text, and style with what was peculiarly and brilliantly American — immense physical energy, intellectual and imaginative daring, willingness to take risks, and a fierce commitment to emotional honesty.“ Immer noch an den Richtlinien von Saint-Denis orientiert, sollen Studenten sich in Bereichen wie Spontaneität, Disziplin, Technik und geistige Fähigkeiten entwickeln. Es ist eine Annährung an den „europäischen Stil“ in Bezug auf Stimmbildung, physische Ausbildung und Textinterpretation in Kombination mit den eigenen und brillanten amerikanischen Eigenschaften – herausragende physische Energie, die Bereitschaft sich intellektuell und geistig entwickeln zu wollen und dabei eine tiefe Verbundenheit zur emotionaler Wahrheit aufzubauen. |
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