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… wir sind einem Stern gefolgt

Christine Baranski BiographyWälder, Felder, eine sanfte grüne Landschaft, die so viel Ruhe und Heimatlichkeit ausstrahlt, dass ist Bethlehem in Lichtfield County/CT. Nirgends scheint der „Indian Summer“ so schön wie in diesem „New England Staat“.

Agrarkultur dominiert den Landstrich, Farmen mit Tierhaltung und Obstanbau.

Bethlehem ist ein Ort wie aus dem vorigen Jahrhundert. Schmucke, alte Holzhäuser, einfache Straßen. 3500 Einwohner verteilen sich auf 50 Km². Hier scheint die Zeit wirklich still zu stehen. Kein Gewirr an Hochhäusern, U-Bahnstationen oder Autos. Keine hektische Menge, die sich durch Straßenschluchten zwängt, hier scheint man unter sich. In dieser nicht vorhandenen Anonymität zählt der Status „prominent“ weniger als der Status „Mensch“.

Christine Baranski BiographyIn Bethlehem herrscht ein anderer Geist als anderenorts und das ist sogar wörtlich zu nehmen. „Barefoot Charlie Hunt“! Ein weiterer Mitbewohner im Farmhaus der Familie Cowles/Baranski– die nicht ruhende Seele von Charlie Hunt, der im 19. Jahrhundert das Haus bewohnt haben soll (da er keine Schuhe mochte, lief er der Legende nach Barfuß umher).

Leider ein Geist, der nach Aussagen von Christine und Matthew, eher Schlechtes im Schilde führt. Besonders neuen Technologien wie Computern oder Faxgeräten scheint er feindlich gesinnt zu sein. Möbel rücken, Türen schlagen und neu gekauftes Werkzeug verschwindet, um nach Jahren an unmöglichen Orten wieder aufzutauchen.

Nicht unüblich für die Region, die anscheinend nur so vor Geistern wimmelt und unzählige Orte ausweisen kann, an denen der Teufel sein Unwesen getrieben haben soll.

Christine wird zur Pendlerin zwischen den Welten – der Weltstadtmetropole New York und dem einfachen Landleben am Lake Waramaug.

Die viele unermüdliche Arbeit machte sich 1984 bezahlt. Christine landete mit Sam Stoppard`s Stück „The Real Thing“ ihren ersten großen Achtungserfolg und gewinnt einen Tony!

Christine Baranski BiographyAn der Seite von Jeremy Irons (Henry), Glenn Close (Annie) und Cynthia Nixon (Debbie) spielte Christine „Charlotte“, eine Schauspielerin, die sich in einer schwierigen Beziehung zu einem Schauspieler und Schriftsteller wiederfindet.

„The Real Thing“ (Erstaufführung 1982) ist ein Stück über Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit in Beziehungen zu sich und anderen.

Was der Oscar für den Film, ist der Tony für das New Yorker Theater. Es ist eine Auszeichnung, die nicht nur herausragendes Talent bescheinigt, sondern auch diese „Aura des Adelsschlags“ verleiht.

Der „Tony“ versinnbildlicht das Ansehen eines Schauspielers am Broadway. Wer diese Trophäe überreicht bekommt, trägt sich in eine Reihe wirklich großer Schauspielernamen ein, wie Audrey Hepburn, Anne Bancroft, Vanessa Redgrave, um nur einige zu nennen.

Doch das Jahr 1984 bringt noch weitere schöne Glücksmomente, Christine bekommt ihr erstes Kind, Isabel. 3 Jahre später kommt Lily zur Welt.

Isabel und Lily! Auf den ersten Blick ganz normale Vornamen für Mädchen, die aber mit viel Bedacht gewählt worden sind (und welche Eltern wählen die Namen ihrer Kinder nicht mit Bedacht? Heutige Namensgebungen sind sogar häufig äußerst kreativ, was mit der liberalen Namensvergabe in den USA zusammenhängt).

Der Name „Isabel“ soll von der literarischen Figur „Isabel Archer“ aus dem Roman „Portrait of a Lady“ von Henry James entlehnt sein. Die Geschichte einer jungen Frau aus dem 19. Jahrhundert, die sich gegen Fremdbestimmung und auferlegten Geschlechterzwang zu wehren versucht.

Lilys Namenspatin ist mit einem „religiösen Überbau“ ausgestattet, wie sie selbst sagt und als Versuch eines „exzentrischen“ Vaters zu verstehen, sie bis in alle Ewigkeit an den Katholizismus zu binden.

Ihr eigentlicher Taufname lautet „Kateri Tekakwitha“, benannt nach der einzigen indianischen Heiligen, die auch als „Lily of the Mohawks“ bekannt ist.

Das Leben der Kateri Tekakwitha war - wie bei einer Heiligen nicht anders zu erwarten - schwierig und mit großen Entbehrungen und Erniedrigungen verbunden.

Oder entlehnt sich ihr Name auch aus dem literarischen von „Lily Bart“ in Edith Wharton’s „House of Mirth“, wie es Mutter Christine bescheinigt? Eine nicht weniger tragische Geschichte.

Die Kinder wachsen in einem von Büchern dominierten Haushalt auf. Was besonders interessant scheint, das Paar Cowles-Baranski entscheidet sich, keinen Fernseher zu besitzen, obwohl ihnen dieses Medium als Arbeitsplatz den Lebensunterhalt sichert.

Beide beäugen kritisch die Inhalte der Sendungen und Serien, die da angeboten werden: Sex, Gewalt, Drogen. Sie befürchteten, dass ihre Kinder abgehalten werden könnten, sich bildungstechnisch wertvolleren Inhalten zuzuwenden, wie Lesen, Musizieren oder Sport treiben.

Eine Umgebung wie Bethlehem, mit seinen Wäldern und Wiesen, ist sicher ein idealer Abenteuerspielplatz für Kinder. Wer braucht da mediale Dauerberieselung?

Christine blieb dem Theater fest verbunden, obwohl sie einige kleinere Filmrollen übernahm wie z. B. im Kultfilm „9 ½“ Wochen“ mit Kim Basinger und Mickey Rourke (1986) oder in „Addams Family Values“ (1993), wo sie als harmoniesüchtige Ferienlager-Animateurin brillierte.

Es waren sicher schöne Jahre im Theater, das aber nicht für seine exorbitanten Gehälter bekannt ist.

Fernsehen hingegen zahlt Rechnungen! Es mag nicht immer den intellektuellen Ansprüchen genügen, aber der Schornstein muss eben rauchen.

Für Christine ist der „schnelle Erfolg“ im Fernsehen vorerst keine Alternative. Sie stellt sich ihre Karriere eher als „lange stete Straße“ vor und der Gedanke, als Theaterschauspielerin eine gewisse Exklusivität zu haben, gefällt ihr.

In einem Interview mit der NY Times 1982 sagte sie:

''I don't think of theater as a stepping stone to movies or television. Being in a play is an end in itself to me''.

"Ich sehe Theater nicht als Sprungbrett für Filme oder Fernsehen. In einem Stück mitzuwirken, ist die Sache für mich.“

 
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